SIS – Maßnahmenplanung

SIS = Strukturierte Informationssammlung

Grundsätze der SIS-Maßnahmenplanung

1.Die SIS zeigt, was der Patient braucht. Danach planen wir die passenden Pflegemaßnahmen.

2.Wir planen die Pflegemaßnahmen nach den individuellen Wünschen und Ressourcen des Patienten.

3.Informationen von Angehörigen über die Gewohnheiten des Patienten berücksichtigen.

4.Wir legen fachlich begründete Maßnahmen fest, wenn Risiken erkannt werden.

5.Die Maßnahmen geben klare Anweisungen und werden meistens in den Tagesablauf eingebaut.

6.Die Maßnahmen werden direkt beschrieben, ohne sie in Ressourcen, Probleme, Ziele und Maßnahmen aufzuteilen.

7.Maßnahmen, die mehrmals täglich durchgeführt werden, beschreibt man nur einmal und kennzeichnet sie danach mit einer Abkürzung im Maßnahmenplan

Die Maßnahmenplanung basiert auf 3 wichtigen Grundlagen:

1.Informationssammlung im Erstgespräch
2.Einschätzung der individuellen Situation
3.Abstimmung mit der pflegebedürftigen Person

 

SIS-Maßnahmenplanung: Themenfelder und Orientierungspunkte

 

1. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

• Orientierung
• Tag-/Nachtrhythmus
• Aggressives Verhalten
• Kommunikation
• Muttersprache
• Eigen- und/oder Fremdgefährdung
• Motivation

2. Mobilität und Beweglichkeit

• Positionswechsel im Bett
• Aufstehen und Hinsetzen
• Fortbewegen innerhalb und außerhalb der Wohnung
• Treppensteigen
• Beweglichkeit der Gelenke
• Sturzrisiko
• Dekubitusrisiko
• Hilfsmittel
• Thromboseprophylaxe
• Kontrakturenprophylaxe

3. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

• Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen
• Medikamenteneinnahme
• Wundversorgung
• Schmerzmanagement
• Umgang mit medizinischen Geräten
• Arztbesuche und Therapien
• TK-Management
• Insulinmanagement
• Sekretmanagement
• Beatmung bzw O2-Versorgung
• Vitalzeichnen Kontrolle
• Pneumonieprophylaxe
• Notfallmanagement

4. Selbstversorgung

• Körperpflege
• Duschen und Baden
• An- und Auskleiden
• Essen und Trinken
• Ausscheidung
• Kontinenz

Mundpflege

• Inkontinenzversorgung
• Obstipationsprophylaxe
• Hautzustand

5. Leben in sozialen Beziehungen

• Kontakt zu Angehörigen
• Soziale Kontakte
• Tagesgestaltung
• Beschäftigung und Interessen
• Umgang mit Veränderungen

6. Wohnen und Häuslichkeit / Haushaltsführung

• Wohnsituation
• Sicherheit im Wohnumfeld
• Haushaltsführung
• Einkaufen
• Zubereitung von Mahlzeiten
• Reinigung und Wäschepflege

*In der digitalen Dokumentation gibt es Vorlagen, die man individuell anpassen kann.

Möglichkeiten zur Verschriftlichung der Maßnahmenplanung:

1.Nach Tagesstruktur
2.Nach Tagesstruktur mit festen Uhrzeiten
3.Flexible Planung nach Diensten
(Die Maßnahmenplanung sollte am besten gemeinsam im Team abgestimmt werden).

Autor:
Abaz Neslanovic
Gesundheits-und Krankenpfleger

Fachliche Grundlage:
Strukturmodell / SIS®

Fortbildung:
Organisation und SIS -Maßnahmenplanung – 2 Stunden.

Letzte fachliche Überprüfung:
26.10.2026