Mundpflege ist entscheidend für unser Wohlbefinden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

neben allen anderen Aufgaben und insbesondere aufgrund des häufig hohen Zeitdrucks in der täglichen Arbeit mit Patientinnen und Patienten wird die Mundpflege als wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Pflege und des Wohlbefindens manchmal unterschätzt.

Laut Dr. Ralf Suhr ist die Mundgesundheit entscheidend für unsere allgemeine Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Aufgrund der besonderen Bedeutung einer guten Mundhygiene möchten wir in diesem Beitrag einige praktische Tipps und Hinweise zur Mundpflege geben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle ärztliche oder pflegerische Empfehlung.

In unserem Pflegealltag gehört die Mundpflege selbstverständlich zur Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Mit diesem Beitrag möchten wir jedoch noch einmal auf die Bedeutung einer guten Mundhygiene aufmerksam machen und sowohl mögliche Vorteile einer guten Mundpflege als auch mögliche Folgen einer unzureichenden Mundhygiene aufzeigen.

Dr. Romy Ermler berichtet im Zusammenhang mit den Erkenntnissen des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), dass deutliche Zusammenhänge zwischen Zahn- und Munderkrankungen sowie verschiedenen Allgemeinerkrankungen, beispielsweise Diabetes, Lungenerkrankungen und Schlaganfällen, bestehen.

Bei Patienten, die nicht oralisiert sind, kommt es häufig zu einem trockenen Mund und trockenen Schleimhäuten. Eine Mundtrockenheit kann jedoch auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten.

Eine unzureichende Mundhygiene kann unter anderem zu Geschmacksveränderungen, entzündeten Mundwinkeln, trockenen und rissigen Lippen sowie weiteren Beschwerden im Mundraum beitragen.

Was kann zum Wohlbefinden beitragen?

Je nach individueller Situation können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

- Zähne und Zahnersatz regelmäßig und gründlich reinigen.
- Regelmäßig auf Veränderungen im Mundraum achten und Auffälligkeiten entsprechend weitergeben.
- Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann die Speichelproduktion unterstützen.
- Je nach Bedarf geeignete Hilfsmittel für die Mundpflege einsetzen.

Geeignete Hilfsmittel

Je nach individuellen Bedürfnissen können verschiedene Hilfsmittel eingesetzt werden:

- Zahnbürsten: Eine weiche Zahnbürste kann dazu beitragen, Verletzungen des empfindlichen Zahnfleisches zu vermeiden.
- Dreikopf-Zahnbürsten: Können mehrere Zahnflächen gleichzeitig reinigen.
- Zahnbürsten mit einem dickeren Griff: Können bei eingeschränkter Hand- und Greiffunktion hilfreich sein.
- Interdentalbürsten: Zur Reinigung der Zahnzwischenräume.
- Einbüschelbürsten: Besonders geeignet für schwer zugängliche Bereiche.
- Prothesenbürsten: Zur Reinigung von herausnehmbarem Zahnersatz. Lassen Sie sich fachlich beraten, wie und wann der jeweilige Zahnersatz gereinigt werden sollte.
- Zungenreiniger: Zur Reinigung der Zunge.
- Mundpflegestäbchen und Kompressen: Können insbesondere bei Patienten, die nicht oralisiert sind, hilfreich sein.

Bei Patienten, die nicht oralisiert sind, ist besonders darauf zu achten, dass die Atemwege geschützt werden und keine Flüssigkeit oder gelöste Beläge aspiriert werden. Die Mundpflege sollte entsprechend der individuellen Situation und der pflegerischen bzw. medizinischen Einschätzung durchgeführt werden.

Eine gute Mundpflege ist mehr als nur Zahnpflege. Sie kann einen wichtigen Beitrag zu Hygiene, Komfort, Lebensqualität und Wohlbefinden leisten.

Autor:
Abaz Neslanovic
Gesundheits-und Krankenpfleger

Quelle:
Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Ratgeber Mundgesundheit