Umgang mi Pflegepersonal

Umgang mit Pflegepersonal
Liebe Angehörige,

plötzlich fremde Menschen im eigenen Zuhause zu haben – in diesem Fall
Pflegepersonal – kann zunächst ungewohnt und herausfordernd sein.

Deshalb möchten wir einen Blick auf die Grundlagen einer guten Kommunikation
werfen: Was fördert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit? Welche Warnsignale („rote
Flaggen“) sollte man kennen? Und wie kann eine angenehme Atmosphäre entstehen,
die letztendlich zu einer besseren Pflegequalität beiträgt?

Kleinere Missverständnisse gehören zum Alltag und können selbst zwischen
Menschen auftreten, die sich gut verstehen. Darum geht es hier nicht. Ziel ist es
vielmehr, größere Konflikte und wiederkehrende Missverständnisse von Anfang an zu
vermeiden.

Bevor wir auf einige bekannte Kommunikationsmodelle eingehen, zunächst ein paar
praktische Tipps aus dem Pflegealltag:

Positive Einstellung
Eine positive Grundhaltung und der gemeinsame Wunsch nach einer guten
Kommunikation bilden die Basis für eine hochwertige Pflege. Kommunikation sollte als
fester Bestandteil des Pflegeprozesses verstanden werden.

Offenheit für Vorschläge
Jede Pflegefachkraft bringt eigene Erfahrungen und unterschiedliche Lösungsansätze
mit. Wer offen für Vorschläge ist, kann davon profitieren und gemeinsam die Pflege
weiter verbessern.

Gespräche nicht vor der pflegebedürftigen Person führen
Kritische oder emotionale Diskussionen sollten möglichst nicht im Beisein der
pflegebedürftigen Person stattfinden. So werden unnötige Belastungen vermieden und
die Würde der betroffenen Person gewahrt.

Kompetenzen nicht infrage stellen
Dies ist einer der wichtigsten Punkte in der Kommunikation zwischen Angehörigen und
Pflegepersonal. Formulieren Sie Wünsche möglichst konkret, anstatt Vorwürfe zu
machen.

Beispiel:
Anstatt zu sagen:
„Das ist völlig falsch gemacht worden!“

ist es oft hilfreicher zu sagen:
„Mein Mann hat es beim Schlafen nie gemocht, wenn ihm zu warm war. Ich wünsche mir,
dass Sie an warmen Tagen bitte diese dünnere Decke verwenden.“

So versteht das Pflegepersonal den Wunsch als wichtige Information über die
Gewohnheiten der pflegebedürftigen Person – und nicht als persönlichen Angriff. Das
schafft Vertrauen und erleichtert die Zusammenarbeit.